Osteopathie

Parietale Osteopathie

Der Begriff „parietal“ bedeutet im medizinischen alles was mit dem Bewegungsapparat zu tun hat. Es beinhaltet somit die Muskulatur mit ihren Sehnen, Gelenken und Bändern sowie die Knochen.

Jedes Gelenk kann entweder traumatisch, d.h. durch einen Unfall oder durch Überlastung blockieren. Es verliert dann seine normale Beweglichkeit. Diese Überlastung kann von Außen kommen, etwa durch eine Überanstrengung des Ellen-bogens nach dem Heckeschneiden oder auch von Innen, wenn eine andere Struktur (Bänder, Organe, Sehnen…) die Bewegung erschwert. Wenn man die Ursache der „Blockade“ kennt, kann man diese Bewegungseinschränkung durch verschiedene Techniken lösen.

* Thrusttechniken: schneller, kurzer Impuls    auf ein Gelenk („Einrenken“) 

* Muskel-Energie-Techniken: Mobilisierung      durch Anspannen einer bestimmten          Muskelgruppe 

* Sutherland-Techniken: Mobilisierung

  durch feines Justieren eines Gelenks, so    dass es möglichst entspannt ist.

 

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Möglichkeiten.. Diese Techniken können an den Extremitäten, dem Becken und der Wirbelsäule angewendet werden.

Viszerale Osteopathie

Das Wort „Visceral“ ist der medizinische Begriff für alles, was mit dem Organbereich zu tun hat.In der Osteopathie geht es vor allem um Mobilität, also Bewegung. Jedes Organ besitzt seine eigene individuelle Beweglichkeit innerhalb des Körpers, die z.B. durch die Atmung bedingt ist. Bei der Atmung wird unserer Zwerchfell, das sich zwischen Bauchraum und Brustkorb ausspannt und diese voneinander trennt, nach unten bewegt und verdrängt somit unsere Organe. Da wir nach hinten eine feste Struktur, die Wirbel-säule, haben, geht diese Verdrängung vor allem nach unten und nach vorne, unser Bauch wird größer. Die Niere etwa macht bei einer normal tiefen Einatmung eine Bewegung von ca. 3 cm nach unten. Wir atmen ca. 20.000 mal pro Tag ein und aus. Daraus ergibt sich eine Gesamt-strecke von etwa 600 Metern pro Tag, die die Niere zurücklegt. Ist diese Beweglichkeit gestört, vielleicht durch eine zurückliegende Nierenentzündung, fehlt der Niere ein wichtiger dynamisierender Prozess, was sich negativ auf ihre Funktion auswirken kann. Und nicht nur das: Auch die umliegenden Strukturen können beeinflusst werden. Das Zwerchfell versucht ständig gegen die Niere an zuarbeiten, so dass es eventuell verstärkt asymmetrisch funk-tionieren muss. Ein asymmetrisch arbeitendes Zwerchfell kann sich jedoch auf die Beweglichkeit unserer Wirbelsäule auswirken oder eine Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung) verursachen, da es an dieser befestigt ist. Andererseits bewegt sich die Niere auf einem Muskel auf und ab, welcher unser stärkster Hüftbeuger ist. Dieser kann ebenso durch die Situation negativ beeinflusst werden mit der weiteren Folge, dass die Hüftbeweglichkeit eingeschränkt wird. Das Gelenk wird schneller abgenutzt.

Dies ist nur ein Beispiel. Es soll Ihnen zeigen, wie komplex der menschliche Körper, wie einzelne Strukturen und Systeme zusammen spielen. Für die Funktion des ganzen Körpers ist entscheidend, dass dieses Organ frei beweglich ist.

Craniosacrale Osteopathie

Cranium ist der medizinische Begriff für den Schädel, das Sacrum ist unser Kreuzbein, der hintere Teil unseres Beckens. Zwischen diesen beiden Teilen besteht ein funktionelles System. Verbunden sind sie durch die Hirn- bzw. die Rückenmarkshaut, so dass eine Bewegung des einen Teils auch automatisch immer den anderen mitbewegt.

Es gibt einen bewegungsinduzierenden Mechanismus innerhalb des Schädels. Dieser wird Cranio-Rhythmic-Impuls (CRI) genannt.

Unser Schädel besteht aus verschiedenen Knochenteilen, die durch die Schädelnähte (Suturen) miteinander verbunden sind. 

Diese Suturen erlauben einen geringen Grad an Bewegung, der durch den CRI verursacht wird und sich in Form einer Expansion und Retraktion des Schädels ausdrückt. Wie schon oben erwähnt, kommt es durch eine Verbindung von Schädel und Kreuzbein auch zu einer Bewegung des Kreuzbeins und damit auch des Beckens. Weiterlaufend bewegen sich auch unsere Extremitäten in einer nicht sichtbaren, aber für geschulte Hände spürbaren Außen- und Innenrotation. Somit können wir diese sehr geringe Bewegung nicht nur am Kopf wiederfinden, sondern am gesamten Körper. Unsere Schädelnähte können, genauso wie unsere größeren Gelenke, Blockaden erleiden mit der Folge, dass deren Beweglichkeit einschränkt wird, was zu einem veränderten Ausdruck an Schädel und dem ganzen Körper führt und Einfluss auf diesen hat.